Wie sieht der Weg zu einer Biosphärenregion aus?

Der Weg hin zu einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung ist eine Herausforderung. Er erfordert Mut, neue Richtungen einzuschlagen und den Willen der Bevölkerung, diese mitzugehen. Doch allein der Wille ist nicht ausreichend. Schon für die Antragstellung bei der UNESCO müssen zentrale Kriterien erfüllt werden.

Die Region muss Landschaften umfassen, die in anderen deutschen Biosphärenregionen nicht oder kaum vorhanden sind. Natur, Kultur und Gesellschaft müssen für eine beispielhafte nachhaltige Entwicklung geeignet und bereit sein. Außerdem muss sich die Region verpflichten, eine Kernzone von mindestens 3 % der Fläche auszuweisen. Sie muss gewährleisten, dass Kern- und Pflegezone zusammen mindestens 20 % ausmachen und rechtlich gesichert werden. Die Machbarkeitsstudie prüft, ob dies möglich ist. Die Prognosen für die grundsätzliche Eignung der Region Rheingau – Wiesbaden – Main – Taunus sind grundsätzlich gut. Es gibt Lücken im weltweiten und deutschen Netz der Biosphärenregionen, die gefüllt werden könnten und für deren nachhaltige Entwicklung die Region eine globale Verantwortung übernehmen könnte. Für Kern- und Pflegezone verfügt die Region über viele geeignete Flächen in der ausgedehnten Waldlandschaft, die zum Teil bereits sich selbst überlassen und geschützt sind.

Der Beteiligungsprozess wird zeigen, ob wir eine Biosphärenregion wollen und die Themen für unsere Zukunft bestimmen wollen. Die Parlamente der Kommunen entscheiden dann abschließend, ob ein Antrag bei der UNESCO für die Anerkennung der Region als Biosphärenregion gestellt werden soll. Die Antragstellung übernimmt das Land Hessen. Die UNESCO entscheidet auf Empfehlung des deutschen MAB-Nationalkomitees. Nach einer Anerkennung stände der Region ein Prozess bevor, aus dem ein abgestimmtes Rahmenkonzept für das zukünftige Handeln entstehen würde.